Propädeutikum 2013

Die erste knackige wissenschaftliche Arbeit

Aus der Ukraine, Rumänien, Österreich, Russland, Kamerun und Japan kommen wir am 9. September 2013 zu einem Zimmer an der Evangelischen Hochschule für das wissenschaftliche Propädeutikum. Vor dem „echten“ Studium hatten wir für zwei Wochen dieses Seminar.

Erst hatten wir uns in einer kleinen Runde vorgestellt. Dann habe ich gemerkt, dass mein Deutsch nicht so gut ist. Aber die Leute sind sehr bunt gemischt und meine große Sorge ist weggegangen. Ich bin ich. Wer sonst?

Unsere Dozentin heißt Frau Susanne Ritschel. Sie spricht sehr leise, deutlich und intelligent. Ihre Stimme ist tief und wissenschaftlich. Zunächst haben wir gelernt, wie bedeutsam und wie effektiv man vor allen lesen soll und was gute wissenschaftliche Texte sind. Sie hat uns vier verschiedene Themen zur Auswahl gestellt, und zwar: „Gefängnis, Resozialisierung und Soziale Arbeit“, „(Spät-)Aussiedler der Jugendlichen und soziale Arbeit “, „Die kamerunische Diaspora in Deutschland“ und „Identität und Mehrsprachigkeit und Soziale Arbeit“. Danach hat sie angekündigt, dass wir am letzten Tag vom Propädeutikum einen Vortrag halten müssen. Ich persönlich habe Interesse an der Identität und Mehrsprachigkeit in der Kindheit. Darum habe ich dieses Thema ausgewählt. Es gibt sowohl Personen, die allein präsentieren, als auch andere, die in der Gruppe den Vortrag zusammen erarbeiten.

Anschließend haben wir eine Bibliotheksführung in der Bibliothek der EHS bekommen. Die ist ziemlich klein, aber fein. Mithilfe von Büchern und Mind Maps kommen wir Schritt für Schritt an den Kern der wichtigsten Hauptpunkte. Für Gruppenarbeiten braucht mensch nicht nur clevere Gedanken, sondern auch Teamfähigkeit und gute Kommunikationsfähigkeit. Besonders ist, dass ich noch nie ein Thesenpapier bearbeitet habe. Zuerst war es schwer, die Hauptidee von einem Thesenpapier zu verstehen.

Wir haben noch ein paar Tage bis zum Freitag, dann halten wir unseren ersten wissenschaftlichen Vortag. Na, mal sehen, was unsere Zukunft bringt.

von Kazuko Nakayama

Besuch der ehs Bibliothek

In Rahmen des Propädeutikums für internationale Studierende hat unsere Gruppe am 11. September die Gemeinsame Bibliothek der BA Dresden und der EHS Dresden besucht. Frau Carola Richter hat uns ganz herzlich begrüßt und uns während der Einführung nützliche Informationen gegeben.

Die Hochschulbibliothek gehört sowohl zur Evangelischen Hochschule Dresden als auch zur Staatlichen Studienakademie Dresden, weswegen es ein sehr breites Spektrum an überwiegend wissenschaftlicher Literatur gibt. Es gibt ca. 50.000 Bände, aber man kann nur Bücher ohne roten Punkt entleihen. Es ist wichtig zu wissen, dass man die Bücher, die man vom Regal nimmt, nicht selbst zurückstellen darf. Die Bücher werden auf den Tisch gelegt. Frau Richter hat uns gezeigt, wo alle Modulapparate stehen und sie hat betont, dass man sie nicht mitnehmen kann, weil sie immer an ihrem Platz zur Verfügung stehen müssen. Frau Richter erklärte uns auch, wie man ein Buch selbst mit Hilfe von einem Scanner entleihen kann. Die Leihfrist beträgt vier Wochen, aber man kann sie bis zu sechs Mal verlängern. Es gibt in der Gemeinsamen Bibliothek auch 18.000 eBooks, aber sie sind nur auf dem Campus lesbar, und dafür sollte man sich anmelden. Die Zeitschriften (ca. 200) befinden sich in speziellen Schubladen. Sowohl Zeitschriften als auch Bachelorarbeiten sind alphabetisch organisiert und man kann sie nur in der Bibliothek lesen. Darüber hinaus wurde uns erklärt, wie man im Online-Katalog recherchieren soll. Für die Druckmöglichkeiten benötigt man eine Kopierkarte, die man kaufen muss. Zum Schluss haben wir den schönen Innenhof durch das Fenster betrachtet.

von Inessa Tyunyakina

Dampfschifffahrt nach Pillnitz

Kein Mensch sollte in Dresden wohnen, ohne einmal eine Elb-Schifffahrt zu erleben.

Eine Fahrt mit dem Dampfer gibt die Möglichkeit, eine Auszeit auf dem Wasser zu nehmen und die Elbe anders zu erleben: Pillnitz, sein Schloss und Park, liegt idyllisch zwischen Elbe und den Weinbergen und bietet viel Sehenswertes. Wir, die internationalen Studenten der EHS, bilden dank des Internationalen Büros der EHS keine Ausnahme.

Trotz windigen Wetters sind wir alle am 11. September mitgekommen. Wir steigen aufs Schiff und sind schon in einer anderen Welt, wo das Rauchen der Schaufelräder und der Duft des Öls herrschen. Wir lassen uns kurz von der Dampfmaschine verzaubern, dann gehen wir nach oben. Der Schiffsführer grüßt und die Reise beginnt. Wir sind an der frischen Luft und genießen den Ausblick. Das Kongresshaus zieht an uns vorbei und manche frieren schon, da ist die heiße Schokolade eine süße Rettung. Wir fahren an den sogenannten drei Elbschlössern vorbei, noch ein paar Fotos und schon sind wir am “Blauen Wunder“. Dank Irene, Assol und der Tochter von Amina kennen wir nun bereits manche interessante Fakten zu dieser Sehenswürdigkeit. Der Schiffsführer konnte dazu auch noch einige Legenden berichten. Eigentlich war der Anstrich ursprünglich grün. Unter dem Einfluss des Sonnenlichts verfärbte es sich blau, später “ergraute“ es. Diese Brücke  konnte einer sinnlosen Zerstörung im 2. Weltkrieg entgehen. Nach einer Weile gelangten wir zum Zielort. Ein Spaziergang bildete ein schönes Ende des Tages des Propädeutikums.

Danke Irene, Uta, Assol, Amina und uns einen guten Start ins Studium.

von Ljudmila Klochkova

Ausflug zum „Lilienstein“ in die Sächsische Schweiz

Am 12. September hat um 6 Uhr mein Wecker geklingelt und ich bin aus dem Bett gesprungen, um mich für unseren gemeinsamen Ausflug zum Lilienstein, eine der schönsten Sehenswürdigkeiten Sachsens, fertigzumachen. Ganz aufgeregt habe ich mich auf den Weg zum Treffpunkt Hauptbahnhof Dresden gemacht. Bei meiner Ankunft waren schon fast alle da: Die Verantwortlichen des internationalen Büros der EHS Dresden, Uta und Irene, unsere Dozentin für die Lehrveranstaltung Wiss. Arbeiten (Deutsch als Fremdsprache), Susanne, einige Tutorinnen und schließlich wir, die neuen internationalen Student/innen des Wintersemesters 2013/2014. Es hat schon eine animierte Atmosphäre geherrscht, weil das Wetter an diesem Donnerstag mitgespielt hat: Perfekt, um wandern zu gehen!

Wir sind zusammen in den Zug eingestiegen, und nach zirka einer 3/4 Stunde sind wir angekommen. Die Fähre hat uns zur anderen Seite der Elbe gebracht und dann ist die Wanderung losgegangen! Die Luft war so erfrischend und die Natur fabelhaft! Vor uns hat sich eine hügelige und sehr grüne Natur mit ganz vielen unterschiedlichen Bäumen von ihrer schönsten Seite gezeigt. Nach und nach haben wir den Berg bestiegen. Es war zwar ein bisschen mühsam für mich, aber ich wollte auf jeden Fall den Lilienstein von oben betrachten.

Einmal auf der Berghöhe, war die Landschaft noch traumhafter als unten. Von den beiden Aussichtspunkten konnten wir das ganze Tal sehen. Gegenüber von uns war auch die Festung Königstein und wir haben dort eine kleine Essens- und Trinkpause gemacht. Danach sind wir zu einer Berghütte gegangen und haben dort Kaffee getrunken. Beim etwas steilen Abstieg habe ich ein wenig Angst gehabt. Am Ende sind wir doch alle heil und erschöpft angekommen. Alles in allem hat uns der Ausflug sehr gut gefallen.

von Flaurita Maffokang

Weltmusik von der Band „Das Blaue Einhorn“

Am Freitag, den 13. September 2013 sind wir, die Internationalen Studenten der EHS, zusammen mit einigen Tutoren/innen und Irene Sperfeld zum Konzert der Band „Das Blaue Einhorn“ gewesen.
Das Konzert fand in der St.Pauli Ruine statt, einer Kirche, die im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört wurde.
„Das Blaue Einhorn“ ist eine beru?hmte Band aus Dresden, die vor vielen Jahren gegru?ndet wurde und die jetzt ihr letztes Konzert vor Publikum gespielt hat. Die vier Musiker haben ein buntes Repertoire aus der ganze Welt gesammelt.
Ich habe mich sehr gefreut, da die Band auch ein rumänisches Lied gespielt hat, das „Ciocarlia“ heißt, was „Die Lerche“ bedeutet.
Schade war nur, dass sie meiner Meinung nach zu viel Walzer gespielt haben. Aber die meisten Leute waren sehr zufrieden.
Es war ein sehr schöner Abend, alle waren gut gelaunt und es wurde viel getanzt.
Meiner Meinung nach war es ein gelungenes Konzert!

von Alexandru Palcu

Besuch der Praxisstelle Lebenshilfe Dresden e.V. (Ambulante Dienste)

Am 16. September 2013 haben die internationalen Studierenden im Rahmen des Propädeutikums die Beratungsstelle der Lebenshilfe e.V. in der Josephinenstraße 31 in Dresden besucht. Unsere Tutorin Ania, die dort zurzeit ihr fünfwöchiges Praktikum absolviert, hat uns in kurzer Zeit schöne Einblicke in diese Arbeit gegeben. Wir haben erfahren, dass die Lebenshilfe e.V. Dresden im Jahre 1990 aus einer Elterninitiative entstanden ist und die Interessen von Menschen mit geistiger Behinderung und ihren Familien vertritt. Sie ist aber nicht nur Elternvereinigung, sondern auch Fachverband und Einrichtungsträger.
Zurzeit gibt es ca. 600 Vereinsmitglieder und Fachkräfte, davon sind Eltern und Festangestellte und ca. 700 nebenamtliche Helfer – einige davon erhalten auch eine Aufwandsentschädigung. Alle Mitarbeiter sind in verschiedenen ambulanten Diensten beschäftigt. Sie arbeiten beispielsweise in Wohnheimen, Kurzbetreuung, Hilfe zur Erziehung, Auslands – und Inlandsreisen, Schulintegration, Werkstätten, etc.
Die Arbeit dieses Vereins finde ich sehr gut und wichtig fu?r unsere Gesellschaft, weil sie vielen Menschen mit Behinderung mit Respekt und Liebe begegnet und ihnen ein menschenwu?rdiges Leben ermöglicht.
Anschließend möchte ich die Arbeit der Lebenshilfe e. V. nun mit einem passenden Zitat von einem unbekannten Autor verdeutlichen: „Sozial-diakonisches Handeln resultiert aus dem persönlichen Glauben an Jesus Christus.“

von Dimitri Minakov

Besuch des Ausländerrates Dresden e.V.

Liebe Leser_innen,
im Folgenden präsentiere ich einen Kurzbericht zum Besuch des Ausländerrates Dresden e.V., welcher meinen Kolleg_innen und mir im Rahmen des Propädeutikums für international Studierende am 19.9.2013 ermöglicht wurde.

Wir – die Kleingruppe der international Studierenden an der EHS Dresden – waren für 14 Uhr angekündigt und wurden, begleitet von zwei Tutorinnen der EHS, von Henriette Hanig empfangen. Frau Hanig, ihres Zeichen seit mehr als zehn Jahren beschäftigt mit Migrations-, Flüchtlings- und Asylfragen und somit eine Expertin der diesbezügichen Theorie und insbesondere der Praxis, hat sich zu allererst für die Praxiserfahrungen und Interessen zum Thema Migration von uns international Studierenden interessiert. Nachdem sie uns im Anschluss daran einen Überblick über die Funktionen, die Angebote (z.B. Beratung, Kinder-/Jugendarbeit) und Ziele des Ausländerrates Dresden e.V. gewährt hat, hat sich ein reges Fragen-Antworten-Spiel ergeben, in welchem viele Unklarheiten bzw. Fragen beseitigt bzw. beantwortet werden konnten.
Für mich persönlich, der ich in Österreich auch bereits Berührungspunkte mit Sozialer Arbeit im Handlungsfeld Migration hatte, haben sich einige Schnittmengen im leider nicht allzu positiven Sinn ergeben. Sowohl in Deutschland wie in Österreich herrschen gegenwärtig restriktive Einwanderungsgesetze und -maßnahmen vor, welche es den meist überforderten und zugleich unterbezahlten (meint bespielsweise: halbe Stelle wird ausgeschrieben, de facto wird dann Vollzeit gearbeitet) Mitarbeiter_innen in Immigrations-, Flüchtlings- und Asylberatungsstellen noch schwerer machen, als es in der Natur der Sache ohnehin bereits begründet liegt. Dementsprechend ziehe ich meinen nicht vorhandenen Hut vor Engagement und Leidenschaft von Menschen wie Frau Hanig und ihren Kolleg_innen.

Überraschender und höchst erfreulicher Abschluss unseres Besuches war eine zufällige Überschneidung mit dem Besuch eines aus dem Iran (Baghdad) stammenden Mannes, den Frau Hanig persönlich lange Jahre betreut hat, und welcher nach nunmehr zwölf (!!!) Jahren Wartezeit eine positiven Bescheid hinsichtlich seines Bleiberechts in Deutschland erhalten hat. Dass diese Szene einiges an Emotionen nach außen getragen hat, brauche ich wohl nicht extra erwähnen. Und dass zum Thema Einwanderung innerhalb der EU noch viele Fragen ungeklärt sind bzw. stiefmütterlich behandelt werden wohl ebenso wenig...

Liebe Grüße,
Jörg Eigenbauer

Übergabe der Willkommenstaschen 2013

Der Abschluss

... und ein paar Eindrücke davon, was in den Seminaren entstand.

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